Arbeitsweise

Diese Seite handelt von Methode, nicht von Technologie. Werkzeuge stehen bei den Fallstudien. Hier steht, wie ich vorgehe, wenn ein Datenthema auf dem Tisch liegt.

  • Bestandsaufnahme zuerst

    Ich fange nicht mit dem Zielbild an, sondern mit dem Bestand. Welche Systeme laufen, welche Handprozesse, wer hängt woran. Wo es geht, erfasse ich den Bestand maschinell, weil eine Liste aus Gesprächen immer Lücken hat. Was ich nicht gezählt habe, kenne ich nicht.

  • Messlatte vor Modell

    Bevor ich etwas baue, lege ich fest, wogegen es antritt. Bei einer Prognose ist das die einfache Fortschreibung. Bei einer Migration das Original. Bei einer Automatisierung der alte Weg. Der Vergleich steht, bevor die erste Zeile Code steht. So kann sich niemand hinterher die Ebene aussuchen, auf der das Ergebnis gut aussieht. Das gilt auch für Sprachmodelle: Ich wähle sie nach einer Messreihe gegen einen eigenen Prüfkorpus, nicht nach Hörensagen.

  • Klein ausliefern, ganz ausliefern

    Ich liefere in kleinen Schritten, und jeder Schritt bringt einen abgeschlossenen Nutzen. Keine halben Baustellen in Produktion. Ein Nutzer, der heute etwas Neues bekommt, prüft es heute. Das ist die schnellste Rückmeldung, die ich bekommen kann.

  • Betrieb gehört zum Fundament

    Rollen und Rechte, ein Änderungsprotokoll, Überwachung und Alarme mit dem vollständigen Fehlerbild sind keine Anbauten für später. Sie sind Teil des Kerns, weil ich das, was ich baue, auch betreibe. Jede Absicherung, die ich nachträglich einbaue, hat vorher gefehlt, und meist hat das jemand gemerkt.

  • Ablösen mit Datum

    Ein Altsystem verschwindet nicht von selbst. Es bekommt ein Abschaltdatum, und der neue Weg muss vor diesem Datum in Benutzung sein. Ohne Datum laufen Alt und Neu nebeneinander, und beide werden schlechter gepflegt.

  • Unbequeme Ergebnisse stehen oben

    Die Ebene, auf der das Modell verliert, steht in der Tabelle, nicht in der Fußnote. Ein Baustein, der gemessen und verworfen wurde, wird genannt. Zahlen, die ich nicht gemessen habe, behaupte ich nicht. Zeitersparnis zum Beispiel: Wenn ich sie nicht gemessen habe, steht sie nirgends.

  • Mit der Fachseite, nicht für sie

    Die Fachseite entscheidet, welche Entscheidung besser werden soll. Ich baue den Weg dorthin und zeige, ob er wirkt. Ich erkläre Ergebnisse so, dass eine Geschäftsführung sie ohne Übersetzung lesen kann, und so, dass ein technischer Interviewer sie nachrechnen kann. Beides muss aus derselben Zahl kommen.

  • Aufschreiben, was nur ich weiß

    Wer allein verantwortet, ist der Engpass. Jede Seite, die ich früh dokumentiere, ist eine Frage weniger, die nur ich beantworten kann. Das gilt für Betriebshandbuch, Entscheidungen und Messungen. Ein Team entsteht nicht dadurch, dass eine zweite Person kommt, sondern dadurch, dass sie ohne mich weiterarbeiten kann.